





Quartiersmanagement Richardplatz Süd im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Neukölln von Berlin im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“
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Zusammenfassung der ersten Gwerberunde 2012
Das erste Gewerbetreffen 2012 fand am 12. Januar bei "Badkultur Berlin" statt. Die interessierten...
Quartiersrat neu gewählt
Zwischen dem 19. und 26.Januar beteiligten sich insgesamt 72 Bewohnerinnen und Bewohner des...
Informationsabende im "Vätertreff" des Elternberatungscafés "Oase"
AspE e.V. und die Richard-Grundschule laden zu drei Informationsabenden in den "Vätertreff" des...
Aufruf zur Beteiligung am Festival 48 STUNDEN NEUKÖLLN
Vom 15. bis 17. Juni finden die 48 STUNDEN NEUKÖLLN zum 14. Mal statt.
Erfolgreicher Jahresauftakt gibt Schwung für das Jahr 2012
Am 19. Januar fand in der Mensa der Richard-Grundschule der Jahresauftakt des Quartiersmanagements...
Büro- und Arbeitsgemeinschaft „STROH unlimited“

- Die Vorteile der Strohbauweise liegen auf der Hand: Herstellung und Transport benötigen wenig Energie, die Dämmwirkung ist sehr gut, ein hoher Anteil Eigenleistung ist möglich und es werden keine chemischen Zusätze verwendet. Für ein gewöhnliches Einfamilienhaus liegen die Preise aber nur unter denen konventionell gebauter Häuser, wenn der eigene Arbeitsanteil hoch ist. Weitere Infos unter: www.stroh-unlimited.de
Bauen mit Stroh – fast unbegrenzt möglich
Das kleine Büro in der Wipperstraße Ecke Schöneweider ist unscheinbar. Auffällig ist nur der prächtige Blumenkübel mit Lilien vor dem Schaufenster. Die Liebe zur Natur ist spürbar. Seit November 2007 ist Friederike Fuchs hier tätig. Zusammen mit ihrer Partnerin Britta Imhoff bildet sie die Büro- und Arbeitsgemeinschaft „STROH unlimited“. Sie planen und bauen Häuser aus Stroh. Rixdorf und Stroh, das passt schon zusammen, aber Häuser aus Stroh – wie soll das gehen?
Ökologischer Baustoff vom Acker
Vor hundert Jahren verwendeten Siedler im US-Bundesstaat Nebraska aus Materialnot Strohballen zum Bau von einfachen Häusern. Die provisorischen Bauten erwiesen sich als gut geeignet sowohl gegen extreme Hitze als auch Kälte. Verputzt haben sich die Häuser bis heute gehalten. Das Stroh wird direkt mit Kalk oder Lehm verputzt bzw. mit Holzplatten verkleidet. Neu entdeckt wurde das Bauen mit Stroh in den 1980er Jahren.
Strohballenrollen geht aber nicht! Denn Friederike Fuchs und Britta Imhoff verwenden die älteren, rechteckigen Ballen. Die Breite dieser Strohballen entspricht der Wandstärke. Sie werden also wie riesige Ziegelsteine aufeinander gesetzt, zwischen die tragenden Holzbalken. Ein überdimensionaler Vorschlaghammer aus Holz wird benutzt, um die Ballen in eine gerade Linie zu bringen.
Zusammenarbeit ist wichtig
Friederike Fuchs und Britta Imhoff haben sich während ihrer Ausbildung zu Zimmerinnen Anfang der neunziger Jahre kennen gelernt. Britta Imhoff war sogar zwei Jahre auf der Walz. Nach einigen Jahren als Gesellinnen haben sie Architektur bzw. Bauingenieur an der TFH in Berlinstudiert. Seit über zehn Jahren setzen sie ökologische Baukonzepte um. Teamarbeit beim Bauen ist wichtig. Die beiden können auf eine Gruppe von ca. 50 Helfer/innen zurückgreifen. Zwei Profis und 8 bis 10 Helfer/innen sind optimal, sagt Friederike Fuchs. Der Gruppenprozess gehört zum Bauen. Die kurzhaarige Frau mit den wachen Augen wirkt energisch und sachlich zugleich. Sie hat inzwischen auch keine Probleme mit typisch männlichem Verhalten auf einer Baustelle. Sie wird als Profi anerkannt.
Warum hat sie ihr Büro gerade in Rixdorf? „Mir gefällt der Kiez. Die Mieten sind preiswerter als in Kreuzberg. Es herrscht noch Aufbruchstimmung“, sagt Friederike Fuchs. Über die Zwischennutzungsagentur hat sie die Räume gefunden. Es gefällt ihr, einen kleinen Tisch und zwei Stühle auf den Bürgersteig vor dem Büro zu stellen. Was fehlt ihr noch? „Ein Café um die Ecke, in dem man einen guten Kaffee trinken kann!“ Und sie würde sich freuen, wenn die Lilien dieses Jahr blühen dürften, ohne abgeknickt zu werden.
Autor: G. Schreiber



