





Quartiersmanagement Richardplatz Süd im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Neukölln von Berlin im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“
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Zusammenfassung der ersten Gwerberunde 2012
Das erste Gewerbetreffen 2012 fand am 12. Januar bei "Badkultur Berlin" statt. Die interessierten...
Quartiersrat neu gewählt
Zwischen dem 19. und 26.Januar beteiligten sich insgesamt 72 Bewohnerinnen und Bewohner des...
Informationsabende im "Vätertreff" des Elternberatungscafés "Oase"
AspE e.V. und die Richard-Grundschule laden zu drei Informationsabenden in den "Vätertreff" des...
Aufruf zur Beteiligung am Festival 48 STUNDEN NEUKÖLLN
Vom 15. bis 17. Juni finden die 48 STUNDEN NEUKÖLLN zum 14. Mal statt.
Erfolgreicher Jahresauftakt gibt Schwung für das Jahr 2012
Am 19. Januar fand in der Mensa der Richard-Grundschule der Jahresauftakt des Quartiersmanagements...
Karin Kramer Verlag

- Sie finden den Karin Kramer Verlag in der Niemetzstraße 19, Tel. 684 50 55, Email: info@karin-kramer-verlag.de
Immer neugierig bleiben
Das Büro in der Ladenwohnung Niemetzstraße 19 ist unscheinbar. Man geht leicht daran vorbei. Ein Schritt durch die kleine Tür, ein großer Raum mit halber Trennwand, gleich neben der Tür zwei Schreibtische, bepackt mit Büchern, Schriften und Katalogen, daneben ein Computertisch. Rundum gibt es viele Bücherregale, an den Wänden, da wo noch Platz ist, einige großformatige Ölgemälde. An der Wand neben der Tür ein großer goldfarbener Bilderrahmen mit ungefähr zwei Dutzend Briefen, alle an den Absender zurückgeschickt. Die Kramers haben die Briefe an Adressen geschickt, unter denen der russische Anarchist, Philosoph und Schriftsteller Michael Bakunin gelebt hat. In den Sichtfenstern sind auf gelbem Papier einzelne Wörter oder Zeilen aus Bakunins Schriften zu lesen.
Dies ist das Reich von Karin und Bernd Kramer. Seit 1970 gibt der Karin Kramer Verlag Schriften zum Anarchismus, zur Anarchie und Utopie heraus. Weitere Schwerpunkte sind: Philosophie, Ethnologie, im Surrealismus, in Literatur, Kunst und Politik. Der jüngste Titel liegt Karin Kramer besonders am Herzen: „Liebe Linda, Hommage an die beste Kartoffel der Welt- Neues von der Ackerfront“. Torsten Haake-Brandt hat Geschichten, Gedichte, Kollagen und Fotos voller Witz und Humor zusammengetragen. Sie zeigen, wie es einer Gruppe engagierter Menschen gelingt, den Anbau der beliebten Kartoffelsorte Linda gegen die Interessen eines Saatzuchtkonzerns fortzuführen.
Verlagsarbeit heißt: Manuskripte lesen, Gespräche führen, Texte korrigieren, meistens am Computer. Die Vorlagen für die Druckerei erfolgen jedoch nach wie vor auch auf Papier. Bücher verlegen bedeutet natürlich auch Verwaltungsarbeit, Werbung, Vermarktung und Versand. Einzelne Kundenwünsche direkt an den Verlag werden vom Büro aus erfüllt. Der zentrale Versand an die Buchhandlungen erfolgt allerdings durch die Auslieferung in Frankfurt am Main. Kann man von der Verlagsarbeit leben? – Es geht bei bescheidenen Bedürfnissen, so die Antwort. Pro Jahr gibt es etwa 8 – 12 Neuerscheinungen. Auf der Web-Seite (www.karinkramer-verlag.de) findet man eine Vielzahl lieferbarer Bücher, dabei ein richtiges Archiv anarchistischer Literatur.
Anarchie – für viele Menschen klingt das gefährlich. Was bedeutet es heute? – Karin Kramer spricht weniger von politischen Zielen, wie herrschaftsfreier Gesellschaft. Ihr ist das Individuum wichtig: Selbstbewusstsein, Vertrauen, offen mit Menschen und Sachen umgehen, sich frei entscheiden können, Pausen machen, nachdenken.
Das Büro von Karin und Bernd Kramer ist auch ein Anlaufpunkt für Menschen aus einem Kiez, in dem es keine Buchhandlung gibt. Die einen suchen ein Geschenk, andere bitten um Hilfe bei der Formulierung von Schreiben. Der Kiez ist den Kramers wichtig. Sie wohnen und arbeiten hier seit über 30 Jahren. Sie bedauern, dass die meisten Einzelhandelsgeschäfte in der Niemetzstraße nach und nach verschwunden sind. Sie bedauern auch, dass es viel Gleichgültigkeit im Kiez gibt. Karin Kramer ist aber eine optimistische und offene Frau. Ihr Rat – nicht nur an junge Menschen: immer neugierig bleiben!
Autor: G. Schreiber

