"Wandnachrichten" - 6. Ausgabe, September 2016

Wandnachrichten
Ausgabe 6 - September 2016

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Theaterfestival "Hauser Tage"

Freundschaftsplatz: Aktion und Begegnung

„Volunteering“, so lautet das Zauberwort an diesem Tag. Freiwillig etwas für andere tun, so die grobe Übersetzung. Auf Initiative der Vostel-Gründerinnen, Hanna Lutz und Stephanie Frost,  kamen bereits zum zweiten Mal Bewohner_innen aus Rixdorf, Berliner_innen aus anderen Stadtteilen sowie Reisende aus aller Welt (insges. ca. 50 Personen) auf den  Freundschaftsplatz. Das ist der Platz an der Ecke Richardstraße/ Kanner Straße. Heute ging es darum, ihn nicht nur zu verschönern, sondern auch als Ort der Begegnung zu leben. Nathalie aus den USA wohnt in unmittelbarer Nähe zum Platz, ihr gefällt nicht, dass sie morgens Mütter beobachtet, die eher einen Bogen um den Platz machen, um ihre Kinder in die Kita zu bringen. „Ich möchte, dass der Platz sauber und schön ist“, formuliert sie ihre Motivation, an einem Samstagnachmittag Hundekot und Glasscherben aus einer Baumscheibe zu entfernen. Ähnlich ist es für Teresa aus Passau. Sie wohnt ebenfalls im Kiez und möchte in ihrer Freizeit etwas Sinnvolles tun. Dazu gehört eben auch die Teilnahme an der heutigen Aktion. Die Idee dafür hatten, neben den Neuköllner Stadtagenten, die beiden „Vostel“-Gründerinnen Stephanie Frost und Hanna Lutz. Hanna wohnt ebenfalls im Richardkiez und motiviert sonst Berlinbesucher etwas andere Wege zu beschreiten. „Unsere Ausgangsidee ist es, Besucher_innen anstelle des typischen Fotos vor dem Brandenburger Tor oder der Party im Friedrichshainer Club ein anderes Angebot zu machen. Hier können Touristen in Berlin mit anpacken und so die Stadt besser kennenlernen“. Interessierte können sich über eine Internetplattform für soziale Projekte anmelden – zum Beispiel helfen sie dann in der Stadtmission, in einem Berliner Pflegeheim  oder verschönern den Freundschaftsplatz im Quartier. Längst sind die freiwilligen Helfer_innen nicht nur Touristen, sondern eine bunte Mischung aus Anwohner_innen, anderen Berliner_innen und Berlin-Besucher_innen. Dies zeigt sich auch bei der Zusammensetzung der heutigen Helfer_innen.

Miterleben, mitgestalten, mitwirken

Ein buntes Völkchen ist zusammengekommen und gestaltet den Platz ebenso phantasievoll wie bunt. Mit Holzfarben, Wolle, Stoffen und  Kreidespray werden hier Baumscheiben, Bäume und sogar der Boden  geschmückt. Die Materialien dafür werden über den Aktionsfonds des Quartiersmanagements finanziert. Mehrere Kinder aus der Nachbarschaft fertigen Schablonen für die Sprühaktion an, um anschließend ihren Namen mit dem Kreidespray auf den Boden zu sprühen. „Nach zwei, drei Regenfällen ist das Graffiti wieder weg“, erklärt Basti, der ebenfalls aus dem Kiez ist und die Kids etwas anleitet. Aber der Nachbarschaftsgedanke strahlt sozusagen in die Nachbarbezirke. Micha und Valerian kommen aus Treptow und Kreuzberg. Beide haben sichtbar Spaß an der Arbeit. Valerian ist bereits zum zweiten Mal hier am Platz. Bereits letztes Jahr half er mit. „Ich finde das eine tolle Idee und ich kann tatsächlich sehen, was von unserer Aktion im letzten September noch überlebt hat“, meint er. Dies ist auch für Micha eine wichtige Frage: „Klar, wir können heute einen Impuls setzen, aber mich interessiert natürlich auch, wie es in ein paar Monaten hier aussieht“, stellt er fest. Dies ist sicherlich ein Balanceakt, denn natürlich wird der Platz von seiner alltäglichen Nutzung geprägt. Diese lässt sich eben nur zum Teil von außen beeinflussen, aber ein bisschen durchaus. Ein Erfolgsfaktor für das Gelingen des heutigen Aktionstags ist es, das relativ spontane und niedrigschwellige Angebot mitzumachen. „Dabei möchten wir es jeder Person ermöglichen, spontan und leicht mitzumachen – unabhängig von Herkunft, Alter oder spezifischen Qualifikationen“, schildert Stephanie Frost den Ansatz.  Auf diese Weise kommen Menschen zusammen, die sonst wahrscheinlich nicht miteinander in Austausch treten würden. So ist es für Shaleen aus Hongkong. Sie macht einen sogenannten einjährigen Working Holyday in Berlin und nutzt die Möglichkeit ihre Deutschkenntnisse im Alltag zu beweisen. Am Ende des Tages scheinen viele neue Freundschaften entstanden zu sein, ein Stück weit auch eine Identifikation mit dem eigenen Stadtteil bzw. der besuchten Stadt. Und wenn schon kein Baum gepflanzt wurde, so doch etliche neue Pflanzen. Wie sie sich entwickeln, ob sie bleiben, kann jeder selbst beobachten, am Freundschaftsplatz.

Auch Ihre Aktion für das Quartier kann gefördert werden

Die Materialien für die Aktion am Freundschaftsplatz wurden über den Aktionsfonds des Quartiersmanagements gefördert. Wenn auch Sie eine Projektidee haben, lassen Sie sich vom Quartiersmanagement beraten. Im Aktionsfonds stehen pro Projekt maximal 1.500,- € für die Unterstützung von ehrenamtlichem Engagement im Kiez zur Verfügung.

Fotogalerie

 

 

Bernhard Stelzl

28. April 2015