Kiezblatt "Richard"

"Richard" - 61. Ausgabe, Februar 2012

Aktuell: Ausgabe 61 (Februar 2012)

Aktuelle Termine

Mittwoch, 08.02.2012
16:00 - 18:00

Informationen für Mieter

Donnerstag, 09.02.2012
17:00

Sitzung des Quartiersrates Richardplatz Süd

Aktuelle Nachrichten

Zusammenfassung der ersten Gwerberunde 2012

Das erste Gewerbetreffen 2012 fand am 12. Januar bei "Badkultur Berlin" statt. Die interessierten...


Quartiersrat neu gewählt

Zwischen dem 19. und 26.Januar beteiligten sich insgesamt 72 Bewohnerinnen und Bewohner des...


Informationsabende im "Vätertreff" des Elternberatungscafés "Oase"

AspE e.V. und die Richard-Grundschule laden zu drei Informationsabenden in den "Vätertreff" des...


Aufruf zur Beteiligung am Festival 48 STUNDEN NEUKÖLLN

Vom 15. bis 17. Juni finden die 48 STUNDEN NEUKÖLLN zum 14. Mal statt.


Erfolgreicher Jahresauftakt gibt Schwung für das Jahr 2012

Am 19. Januar fand in der Mensa der Richard-Grundschule der Jahresauftakt des Quartiersmanagements...


Schuhmacherei Manfred Elter

Schuhmacherei Manfred Elter (Mareschstraße 14, Öffnungszeiten: Mo-Fr, 9-13 und 15:30-18 Uhr, Sa, 9-12 Uhr)

Manfred Elter kennt den Kiez. 1938 ist er hier geboren, sozusagen in der Schuhmacherei seines Vaters. „1933 hat mein Vater das Geschäft eröffnet, 1953 sind wir dann hier reingezogen“, schildert er den Beginn dieses Traditionsbetriebs.

Heute ist es so, dass der Laden von Schuhmachermeister Manfred Elter in der Mareschstraße 14, eine bunte Mischung aus Uhren, Schuhen und Puppen bietet. Auf Regalen und an den Wänden stehen und hängen die verschiedensten Modelle aus diversen Zeiten. Elter klärt den verdutzten Besucher gerne auf: „Das mit den Uhren ist nur Hobby.“ Das eigentliche Geschäft sind die Schuhreparaturen, aber auch das läuft nicht mehr so gut wie früher. Für den Handwerker ist dies auch nachvollziehbar, „Heute kaufen die meisten Kunden eher Billigschuhe, da lohnt sich die Reparatur kaum noch“. Schuhe anfertigen - das kann er auch - ist viel zu teuer. Ein bisschen wehmütig blickt er in die Vergangenheit. „In der Brusendorfer Straße haben wir Fußball, Handball und Völkerball gespielt, Autos gab es ja kaum welche, aber Geschäfte gab es viele.“ Seine Nachbarn wie den Fleischer, die Wäscherei, die Kneipe, die gibt es alle nicht mehr. Diese Entwicklung lässt ihn ein wenig wie ein Fossil aus alten Zeiten erscheinen, aber der Eindruck täuscht.

Trotz allem arbeitet der 71 Jährige tagtäglich in seiner Werkstatt, die er 1973 von seinem Vater übernommen hat. Zwischen den Maschinen und Gerätschaften bewegt er sich versiert. Auf einige Arbeiten, wie zum Beispiel neue Absätze für die Schuhe, kann man sogar warten und bekommt sie sofort wieder mit. Hat man zu kleine Schuhe gekauft, dann kann man sich diese in der Werkstatt sogar weiten lassen. Elter tränkt die Schuhe dann mit einem Lederdehner und spannt sie auf entsprechend einstellbare Leisten. In der Regel bleibt der Schuster auch bei seinem Leisten, aber manchmal repariert er auch Handtaschen, Gürtel und Koffer. Auf die Frage, ob denn sein Sohn mal das Geschäft fortführt, antwortet er nachdenklich: „Nee, der arbeitet jetzt in der Nähe von Stuttgart, dort verdient er besser.“ Für Manfred Elter ist jedoch klar, er bleibt im Kiez und mittlerweile gibt es auch wieder einige gewerbliche Nachbarn.

 

Autor: B. Stelzl

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