Kiezblatt "Richard"

"Richard" - 64. Ausgabe, Mai 2012

Aktuell: Ausgabe 64 (Mai 2012)

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Aktuelle Nachrichten

Auswahlverfahren "Gewaltprävention Droryplatz"

Das Quartiersmanagement Richardplatz Süd sucht einen Träger, der durch Moderation,...


Auswahlverfahren „ Unterstützungssystem der lokalen Bildungsverbünde in Berlin-Neukölln“ im Rahmen der Initiative Aktionsräume plus

Das Bezirksamt Neukölln sucht in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und...


Neukölln – Endstation oder Paradies?

Das Kunst- und Kulturfestival 48 STUNDEN NEUKÖLLN lädt dieses Jahr bereits zum 14. Mal zu einer...


Gartengrüße aus der Rixdorfer Schmiede

Beim Schmiedeabend am 10. Mai 2012 können Sie ab 19 Uhr am Schmiedefeuer die Herstellung von...


Plastik-Pool und Strandgut

In der Galerie Savvy Contemporary in der Richardstr. 44 kann man sich noch bis zum 2. Juni 2012 die...


Textilsiebdruck "Imprenta"

Von Montevideo nach Neukölln

Neuerdings lässt sich Werkstattluft in der Richardstraße 54 schnuppern. Dort wo ein Schleckermarkt war, produziert nun Luis Enrique Drews Albano T-Shirts. Genauer gesagt, bedruckt die Textilsiebdruckerei „Imprenta“ Motive auf alle möglichen Stoffe. „Klar, T-Shirts dominieren das Geschäft, aber wir können fast alles bedrucken“, erklärt Luis und zeigt Röcke, Hemden und Unterhosen. Der gebürtige Uruguayer ist sichtlich stolz auf sein Handwerk. Mit großer Geduld erklärt er die Abläufe: wie ein Motiv auf den Stoff kommt, mit welchen Farben er arbeitet und wie das Ganze dann waschmaschinenfest wird. Mit seinem Fachwissen ist er bei Modemachern genauso beliebt wie bei Firmen, oder Vereinen, die gerne mal ihre Message auf einem T-Shirt weiterverbreiten. Luis berät sachkundig über die richtige Stoff und Farbauswahl. Diese Beratung ist wichtig, denn bei Imprenta bestimmt der Kunde selbst sein Motiv und die Produktion beginnt erst bei einer Auflage von mindestens 10 T-Shirts, denn die Maschine muss eingerichtet, die Farben angerührt und die Schablonen aufbereitet werden. „Das ist nicht wirklich für Laufkundschaft, sondern setzt schon etwas Vorbereitung beim Kunden voraus“, erläutert er die Grundlagen für das Geschäft. „Aber wenn zum Beispiel ein stolzer Opa für sein Enkelkind ein T-Shirt anfertigen lassen möchte, dann kommen ja mit Freunden und Familie auch schon mal 10 Personen zusammen.“ Grundsätzlich ist das Geschäft für jeden zugänglich. Der Bezug zur Nachbarschaft ist Luis wichtig. Sein Weg führte ihn aus Montevideo, nach Kreuzberg und nun nach Neukölln. Letztlich musste er Kreuzberg nach mehr als zehn Jahren wegen Umwandlung seiner angemieteten Räume in Gewerbeeigentum verlassen. „Jetzt bin ich erst einmal angekommen, aber sicher werden wir hier unseren Platz finden.“

Autor: B. Stelzl